„Perfektion steht für mich nicht im Vordergrund“ – Margret Manthey über ihre Aquarelle

Ende Juni präsentiert Margret Manthey ihre Aquarelle in der Galerie Versatile. Unter dem Namen „Maxi“, den sie auch für ihre Signatur verwendet, entstehen Arbeiten, die durch Leichtigkeit, Farbe und feines Gespür für Licht geprägt sind.

Kreativität begleitet die gelernte Schneiderin schon ihr ganzes Leben – vom Arbeiten mit Stoff über Seidenmalerei und Quilten bis hin zur Aquarellmalerei, die seit ihrem Ruhestand im Mittelpunkt ihres Schaffens steht. Im Gespräch erzählt sie von ihrem Weg zur Malerei, der Faszination von Wasser und Farbe und der Erfahrung, ihre Werke erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen.

Frau Manthey, Sie blicken auf viele Jahre kreativer Arbeit zurück – wie hat Ihre künstlerische Reise ursprünglich begonnen?

Meine kreative Reise begann eigentlich schon mit meinem Beruf. Ich bin gelernte Schneiderin, und so hatte ich von Anfang an viel mit Stoffen, Farben und Formen zu tun. Während meiner Lehrzeit haben wir für sehr besondere Kunden gearbeitet – unter anderem auch für Frau Scheel, die damalige Ehefrau des Bundespräsidenten. Diese Arbeit hat mein Gefühl für Material, Gestaltung und Präzision stark geprägt.

Der Weg zur Malerei war dann ein längerer Prozess. Zunächst habe ich mit Acrylfarben gearbeitet und verschiedene Techniken ausprobiert. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass mich die Aquarellmalerei besonders anspricht. Für mich ist sie im Moment die perfekte Ausdrucksform. Das Zusammenspiel von Wasser und Farbe, diese Leichtigkeit und zugleich die Herausforderung, machen für mich den besonderen Reiz aus.

Sie haben sich im Laufe der Zeit mit ganz unterschiedlichen Techniken beschäftigt. Was hat Sie schließlich zur Aquarellmalerei geführt?

Zur Aquarellmalerei bin ich eigentlich durch eine Freundin gekommen. Sie wusste, dass ich gerne male, und als ich in den Ruhestand gegangen bin, hat sie mich darauf aufmerksam gemacht und vorgeschlagen, gemeinsam einen Kurs zu besuchen.

Wir haben dann zusammen bei einer Künstlerin gemalt, und dabei habe ich die Aquarelltechnik richtig kennengelernt. Mich hat sofort fasziniert, wie Wasser und Farbe miteinander arbeiten und welche Leichtigkeit dabei entstehen kann. Seitdem hat mich die Aquarellmalerei nicht mehr losgelassen.

Aqurell von Margret Manthey
Dieses Aqurell von Margret Manthey wird ab Juni in der Galerie Versatile zu sehen sein.


Was fasziniert Sie besonders an der Aquarelltechnik und dem Zusammenspiel von Wasser und Farbe?

An der Aquarellmalerei fasziniert mich besonders der Prozess selbst. Man trägt Farbe und Wasser auf und muss dann beobachten, wie sich alles entwickelt. Manchmal heißt es geduldig abzuwarten, manchmal muss man schnell reagieren und eine weitere Farbschicht setzen. Dieses Wechselspiel aus Kontrolle und Loslassen macht für mich den besonderen Reiz aus.

Meine früheren kreativen Tätigkeiten spielen dabei sicher auch eine Rolle. Mein Ursprung liegt ja im Arbeiten mit Stoffen. Schon dort habe ich viel mit Farben und deren Zusammenspiel gearbeitet. Beim Quilten oder in der Seidenmalerei ging es ebenfalls darum, Farbfamilien miteinander zu verbinden oder bewusst zu kombinieren. Dieses Gespür für Farben begleitet mich bis heute und fließt ganz selbstverständlich in meine Aquarellmalerei ein.

Inwiefern haben Ihre früheren kreativen Tätigkeiten – wie Quilten oder Seidenmalerei – Ihren heutigen Stil beeinflusst?

Meine früheren kreativen Tätigkeiten spielen dabei sicher auch eine Rolle. Mein Ursprung liegt ja im Arbeiten mit Stoffen. Schon dort habe ich viel mit Farben und deren Zusammenspiel gearbeitet. Beim Quilten oder in der Seidenmalerei ging es ebenfalls darum, Farbfamilien miteinander zu verbinden oder bewusst zu kombinieren.

Dieses Gespür für Farben hat mich bis heute begleitet. Auch in meinen Aquarellen spielt das Zusammenspiel der Farben eine große Rolle – wie sie miteinander wirken, sich ergänzen oder auch einmal bewusst Spannung erzeugen.

Sie haben Ihre Fähigkeiten in Lehrgängen bei renommierten Künstlern vertieft. Welche Impulse haben Sie daraus für Ihre eigene Malerei mitgenommen?

Ich finde es sehr wichtig und auch spannend, sich immer weiterzuentwickeln. Gerade in der Malerei kann man ständig Neues entdecken und dazulernen. Die Lehrgänge bei anderen Künstlern geben mir immer wieder neue Impulse – sei es in der Technik, im Umgang mit Farben oder in der Herangehensweise an ein Motiv.

Ich bin ja keine klassisch ausgebildete Künstlerin, deshalb ist es für mich besonders wertvoll, mir bei anderen Malern Ideen und Anregungen zu holen. Diese Eindrücke nehme ich mit und lasse sie dann auf meine eigene Weise in meine Bilder einfließen.

Aquarelle sind die Leidenschaft von Margret Manthey
Aquarelle sind die Leidenschaft von Margret Manthey.


Bisher stand für Sie die Freude am Malen im Vordergrund. Wie fühlt es sich an, Ihre Werke nun erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren?

Ehrlich gesagt habe ich großen Respekt davor. Bisher habe ich vor allem für mich selbst gemalt und einfach die Freude am Malen genossen. Die eigenen Bilder nun einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen, ist schon etwas ganz Besonderes und auch ein bisschen aufregend.

Eigentlich war es Kerstin Pulmann, die mich dazu überredet hat, meine Arbeiten auszustellen. Sie hat mich ermutigt, diesen Schritt zu wagen – und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ohne diesen Anstoß hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht getraut.

Was dürfen Besucher Ihrer Ausstellung im Sommer in der Galerie Versatile erwarten?

Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Sammlung ganz unterschiedlicher Arbeiten. Ich probiere beim Malen immer wieder gerne verschiedene Techniken aus und lasse mich dabei auch von neuen Ideen leiten. Dadurch sind meine Bilder sehr vielfältig.

Perfektion steht für mich dabei gar nicht im Vordergrund. Im Gegenteil – ich mag es, wenn ein Bild eine gewisse Leichtigkeit und Natürlichkeit behält. Gerade in der Aquarellmalerei entstehen oft die schönsten Momente dort, wo nicht alles ganz geplant ist.

Gibt es bestimmte Motive, Themen oder Stimmungen, die sich wie ein roter Faden durch Ihre Aquarelle ziehen?

Ich glaube ehrlich gesagt, dass es keinen festen roten Faden gibt. Ich male das, was mich im jeweiligen Moment anspricht oder berührt. Manchmal sind es Farben, manchmal ein Motiv oder einfach eine Stimmung.

Vielleicht entdecken die Besucherinnen und Besucher in meinen Bildern etwas Verbindendes – ich selbst bin gespannt darauf, was sie darin sehen werden.

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